Getriebereparatur: Ursachen, Symptome, Vorteile und Kosten

Wenn es ruckelt, knirscht oder der Gang ständig raus fliegt – dann stimmt etwas nicht. Erst wenn es den Dienst verweigert, bekommt das Getriebe meist die notwendige Aufmerksamkeit, da es ein wichtiger Bestandteil im Motorraum ist. Wenn Probleme beim Schalten auftauchen, stellt sich dann nicht selten die Frage: Getriebeaustausch oder Reparatur? In den meisten Fällen ist eine Reparatur möglich und kann auch billiger als ein kompletter Austausch des Getriebes sein.
 

Getriebeschaden: Die Ursachen und Symptome

Bei einer guten Behandlung liegt die durchschnittliche Laufleistung eines Getriebes zwischen 100.000 und 200.000 Kilometer. Es gibt unterschiedliche Gründe, die zu einem Getriebeschaden führen können. Vor allem, wenn das Getriebe vorzeitig streikt, sind hier technische Fehler und menschliches Versagen möglich.

Bei einem manuellen Getriebe kann falsches Schalten durchaus zu Schäden führen – wenn beispielsweise die Kupplung nicht richtig durchgedrückt wird, der Fahrer zu schnell oder zu ruppig schaltet. Aber auch thermische Überlastungen, kaputte oder verschlissene Einzelteile und eine fehlerhafte Montage können leicht zu einem Getriebeschaden führen. Ungeeignetes Getriebeöl oder ein permanent geringer Ölstand kann dem Getriebe ebenfalls schaden.

Ein eindeutiges Zeichen, dass das Getriebe beschädigt ist, sind Ölflecken. In diesem Fall tritt Öl aus dem Getriebe aus. Auch ungewöhnlich laute, unbekannte Geräusche oder ein unruhiges Fahrverhalten des Autos können auf einen Getriebeschaden hinweisen. Springen Gänge heraus oder lassen sich nur schwer einlegen, deutet das ebenfalls auf ein fehlerhaftes Getriebe hin.

Treten solche Symptome auf, sollte zügig eine Werkstatt aufgesucht werden, um weitere Schäden zu vermeiden. Der Fachmann kann schnell und unkompliziert die Probleme diagnostizieren und mögliche Reparaturen auflisten. Hier gilt: lieber einmal mehr eine professionelle Diagnose eingeholt, als weitere Schäden zu riskieren.
 

Wenn das Getriebe streikt: Austausch oder Reparatur?

Liegt ein Getriebeschaden vor, gibt es mehrere Möglichkeiten in der Werkstatt. In den meisten Fällen liegt die Entscheidung zwischen einer Reparatur und einem kompletten Austausch des Getriebes. Gerade Letzteres kann jedoch schnell den Geldbeutel sehr belasten. Vor allem bei älteren Autos übersteigt ein Austausch häufig den Fahrzeugwert.

Eine Reparatur ist in manchen Fällen die günstigere Alternative. Hierbei werden defekte Teile ersetzt – im Gegensatz zur Überholung, bei der alle Verschleißteile ausgetauscht werden, egal ob sie kaputt sind oder nicht. Sind bei einem manuellen Schaltgetriebe beispielsweise nur die Synchronringe verschlissen, kann die Reparatur deutlich weniger als 2.000 Euro kosten. Zudem kann solch eine Reparatur fast jede Werkstatt vornehmen. Bei einem Automatikgetriebe kann der Fehler auch bei Elementen der elektronischen Steuerung liegen und gar nicht am Getriebe selbst. Das Öl ist auch ein wichtiger Faktor, Ölwechsel und Spülung können ebenso zu reibungsloser Funktion führen.

Getriebe gibt es in unterschiedlichen Bauformen und Arten. Der weithin bekannteste Unterschied liegt zwischen Schalt- und Automatikgetriebe. Letzteres kommt ohne Kupplung aus und nutzt einen Drehmomentwandler zwischen Motor und Getriebe. Der Aufbau der beiden Arten unterscheidet sich grundsätzlich, doch eine Reparatur ist in beiden Fällen möglich.
 

Vorteile und Vorgehen bei einer Getriebereparatur

Nicht immer ist der Austausch eines Getriebes die wirtschaftlichste Variante. Auch eine Reparatur kann sich in Hinblick auf die Kosten durchaus lohnen – vor allem bei manuellen Getrieben. Denn hier braucht es keine teuren Diagnosegeräte wie beim Automatikgetriebe.

Zudem ist eine Reparatur zielgenauer. Das Getriebe sorgt für die Übersetzung der Motordrehzahl auf die Antriebsdrehzahl – vereinfacht gesagt, bringt es die Kraft des Motors auf die Räder. Dies ist durch Komplexität und mehrere Gelenkwellen, Zahnräder und Dichtungen möglich. Ein Getriebe besteht daher aus vielen Teilen. Betrifft ein Schaden am Getriebe nur einzelne Verschleißteile, können diese bei der Reparatur gezielt ausgetauscht werden. Es muss nicht immer ein neues Getriebe sein. Zu diesen Verschleißteilen gehören unter anderem Dichtungen, O-Ringe, Wellendichtringe oder Stützlager.

Bei einer Getriebereparatur wird das defekte Getriebe in der Werkstatt ausgebaut, zerlegt und gereinigt. Danach erfolgt Prüfung und Austausch der defekten Elemente. Anschließend setzt die Werkstatt das Getriebe wieder zusammen und baut es ins Auto erneut ein. Eine abschließende Funktionsprüfung markiert das Ende der Reparatur. Bei einem manuellen Schaltgetriebe kann dies innerhalb von ein bis zwei Tagen abgeschlossen sein, vor allem wenn es sich nur um kleinere Defekte handelt. Bei Automatikgetrieben braucht es meist mindestens zwei Tage.
 

Getriebereparatur – diese Kosten können möglich sein

Es gibt keine generellen und pauschalen Aussagen, was eine Reparatur eines Getriebes kosten kann. Dies hängt vom Modell, Schaden und in jedem Einzelfall von Individualitäten ab. Vor allem, welche Art von Getriebe im Pkw verbaut ist, beeinflusst die Kosten der Reparatur. Zudem stellt sich die Frage, welche Stellen des komplexen Systems kaputt sind.

Der Preis einer Reparatur setzt sich aus den benötigten Ersatzteilen und den Lohnkosten zusammen, die es braucht, um das Getriebe wieder funktionstüchtig zu machen. Die Höhe der Kosten für die Ersatzteile hängen vom Automodell ab und können von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein. Die Lohnkosten sind abhängig vom Umfang des Schadens. Allgemein kann eine Getriebereparatur zwischen 2.500 und 5.000 Euro kosten.

Um die genauen Kosten einer Getriebereparatur zu kalkulieren, ist es daher ratsam, bei einem Fachmann eine Diagnose und einen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.